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Kannst du konkreter werden?

Ein sinnlicher Exkurs in Theorie...


Otto Dix malte ein Bild mit dem Titel: "Die Eltern des Künstlers". Ein alter Mann sah es in einer Ausstellung und sagte: "Das Bild sieht so aus, wie es in der Wohnstube meiner Oma gerochen hat."

Der alte Mann sieht das Bild. Er riecht seine Geschichte im Bild. Er spricht. Dieses Bild ist für ihn von Bedeutung.

Wir erforschen Wirkungsweisen der Künste auf die Persönlichkeitsentwicklung.

In unserem Alltag verwenden wir häufig den Begriff der "Bedeutung", ohne uns ihren Tiefgang zu vergegenwärtigen. "Dieses Buch bedeutet mir viel." "Die Bedeutung der Helene Waigel war immens." "Die Bedeutung des Kreuzes nach dem 11. September." "Die Bedeutung des Energiebegriffs war im 19. Jh. ein anderer als heute." Im Französischen "signification" ist die lateinische Wurzel noch zu hören: "signum facere": Zeichen tun, Zeichen machen.

"Zeichen machen, also Zeichen geben und Zeichen nehmen, um daraus wieder Zeichen zu machen, durchzieht die kulturelle Entwicklungsgeschichte des Menschen. Die Kunst der Moderne hat sich aus diesem Entwicklungsprozess herausgeschält. Sie nimmt Zeichen und macht daraus Zeichen und gibt wieder Zeichen, so dass Zeichen im Laufe der Jahre ihre Bedeutung verändern, weil Menschen sie transformieren, anpassen, wieder beleben, begraben und ausgraben. Dies ist ein interessantes Feld für die forschende Kunst und die künstlerische Forschung."
Irinell Ruf

Wir fragen:

  • Wie kann die Motivation selbstverantwortlich zu handeln durch künstlerische Tätigkeit gestärkt werden?
  • Wie verknüpft sich dieser Forschungsansatz mit den neuesten Ergebnissen aus der Neurobiologie?
  • Wie können ästhetische Bildungsprozesse abgebildet werden?

Wie stiften die Künste Sinn?
Stiften die Künste Spiegel? Verbindung? Veränderung? Entwicklung?

Wir forschen

  • Projekt-bezogen
  • Themen-orientiert
  • International im Prozess

Lassen sich Wirkungsweisen von künstlerischer Tätigkeit abbilden?

"Bei Leontjew ist der Begriff der Bedeutung der Schlüsselbegriff zwischen Tätigkeit, Bewußtsein und Persönlichkeit. Die "Bedeutung" ist das "Schanier" zwischen innen und außen, zwischen objektiv und subjektiv, zwischen gesellschaftlich und persönlich. Gesellschaftlich werden "soziale Bedeutungen" fixiert, von den Subjekten erfahren und vermittelt über die Emotionen zu "persönlichen Bedeutungen" transformiert. Die emotionale Erfahrung einer Bedeutung wirkt sich unmittelbar auf die Hierarchisierung der Bedürfnisse aus, die sich im persönlichen Sinn eines Menschen spiegeln. Die "soziale, im Prozess emotional gedeutete Bedeutung" vermittelt zwischen bewußter und unbewußter Sinnbildung. "forschen" und "creieren" sind archaische Bedürfnisse. Sie äußern sich im "tun", im inneren, emotional gedeuteten Abbild, insofern in der inneren Tätigkeit und in der nach außen sichtbaren Tätigkeit, die ein verändertes Abbild schafft. Die ästhetischen Methoden ermöglichen dem Subjekt in einen Dialog zwischen innen und außen zu treten und sie ermöglichen die Befriedigung eines archaischen Bedürfnisses nach philosophischer Sicht und kreativer Praxis. Die ästhetischen Methoden regen die eigene Phantasie und Imaginationskraft an und ermöglichen die Verknüpfung mit dem eigenen Bedeutungsteppich."
Irinell Ruf

"Wohin mit meiner Wut?" 2007 konnte mit der konkreten Forschungstätigkeit begonnen werden. Ein Mädchen verändert sich im Prozess:

Sie hat erfahren, dass Theater ihr wichtig ist, wichtiger, als an der selbstaufgestellten, emotionalen Bedeutung - ‚Regeln grundsätzlich stören' - festzuhalten. Die soziale Bedeutung "Respekt geben" konnte durch die Erfahrungen mit der Theaterpraxis eine "emotionale Bedeutung" werden. Die emotional veränderte Erfahrung, bereitet den Boden für Veränderung. Ihre Gefühle spiegeln ihr den Sinn für sie persönlich. Was tut ihr gut? Theater spielen mit Regeln des Respekts für sie und für andere.

Die fünf Sinne bilden die Grenze zwischen innerer und äußerer Tätigkeit und sind Vermittler für die emotionale Resonanz. Hier finden sie O-Töne der Kinder zu den Themen "Glück" ... "Wut" ... "Spiegeln" ... "Lernen"

Die Persönlichkeit hört somit auf, als Resultat der direkten Überlagerungen durch äußere Einflüsse zu gelten. Sie gilt als das, was der Mensch aus sich macht, indem er sein menschliches Leben bewältigt."
Leontjew in Tätigkeit Bewußtsein Persönlichkeit

Wir tragen die Verantwortung Kindern reiche "Spiegelräume" zu eröffnen, und ihren Weg der "Selbstspiegelung" zu bereichern. Im Spiegel sieht man Bilder.

"Es geht um viel mehr. Es geht um die Selbstbilder, um die Menschenbilder und um die Weltbilder, die wir in unseren Köpfen herumtragen und die unser Denken, Fühlen und Handeln bestimmen. Wie die Hirnforscher in den letzten Jahren zeigen konnten, ist die Art und Weise, wie ein Mensch denkt, fühlt und handelt, ausschlaggebend dafür, welche Nervenzellverschaltungen in seinem Gehirn stabilisiert und ausgebaut und welche durch unzureichende Nutzung gelockert und aufgelöst werden.. Deshalb ist es alles andere als belanglos, wie die inneren Bilder beschaffen sind, die sich ein Mensch von sich selbst macht, von seinen Beziehungen und zu anderen und zu der ihn umgebenden Welt ... Von der Beschaffenheit dieser einmal entstandenen inneren Bilder hängt es ab, wie und wofür ein Mensch sein Gehirn benutzt und welchen neuronalen und synaptischen Verschaltungen deshalb in seinem Gehirn gebahnt und gefestigt werden. Es gibt innere Bilder, die Menschen dazu bringen, sich immer wieder zu öffnen, Neues zu entdecken und gemeinsam mit anderen nach Lösungen zu suchen. Es gibt aber auch Bilder, die Angst machen und einen Menschen zwingen, sich vor der Welt zu verschließen. Es gibt Bilder, aus denen Menschen Mut, Ausdauer und Zuversicht schöpfen, und es gibt solche, die Menschen in Hoffnungslosigkeit, Resignation und Verzweiflung stürzen lassen."
Gerald Hüther in Die Macht der inneren Bilder


academie crearTaT stabilisiert Fruchtbares und verändert Störendes




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